Milanie Hengst neue Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung

Foto: J-Imaging
Die neue Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung Milanie Hengst
Am 28. und 29. Juni 2020 fand in Bonn die Hauptversammlung der dbb bundesfrauenvertretung statt. Milanie Hengst wurde zur neuen Vorsitzenden gewählt. Sie tritt die Nachfolge von Helene Wildfeuer an, die seit 1998 die Frauenorganisation des dbb beamtenbund und tarifunion leitete. Für den VRB nahm die Vorsitzende Diana Böttger an der Sitzung teil und gratulierte.

Die Wahl sollte eigentlich auf dem diesjährigen dbb bundesfrauenkongress stattfinden, der jedoch aufgrund der Corona-Krise abgesagt worden musste. „Ich bin überwältigt von dem großen Vertrauen der weiblichen dbb Mitglieder, das sie mir in diesen ungewöhnlichen Zeiten entgegenbringen. Die Wahl nehme ich sehr gerne an und freue mich auf die neue Aufgabe“, erklärte Hengst. Mit ihr übernimmt eine erfahrene Personalrätin und ein langjähriges Mitglied der Deutschen Steuergewerkschaft (DSTG) den Vorsitz. Bereits seit 2015 ist Hengst Mitglied im geschäftsführenden Vorstand der dbb bundesfrauenvertretung. Erste Erfahrungen an der Spitze einer Frauenorganisation sammelte die beamtete Finanzwirtin bei der DSTG Bundesfrauenvertretung, deren Geschicke sie seit 2012 als Vorsitzende lenkt.

Helene Wildfeuer, die ihr Amt als Vorsitzende nach 22 Jahren niederlegte, bilanzierte: „Es war mir eine große Ehre, diese kraftvolle Organisation als Vorsitzende aufzubauen und zu führen und für die Belange der mehr als 400.000 weiblichen Beschäftigten einzutreten. Jetzt ist genau die richtige Zeit für einen Generationswechsel.“ Im Juli 2019 war die langjährige Vorsitzende des Bezirkspersonalrates beim Landesamt für Steuern in Nürnberg, die auch Mitglied im Hauptpersonalrat beim Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat war, in den Ruhestand gewechselt. Für ihre gewerkschaftlichen Verdienste, insbesondere beim Aufbau der neuen Bundesländer, wurde sie 2003 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Neben ihrem frauenpolitischen Engagement im dbb beamtenbund und tarifunion war Wildfeuer zudem von 1996 bis 2019 stellvertretende Landesvorsitzende der Bayerischen Finanzgewerkschaft (bfg) und Bezirksvorsitzende des Bezirksverbandes Nordbayern sowie Mitglied des DSTG Bundesvorstandes. Für ihre Verdienste im Finanzwesen erhielt sie 2013 die Finanzmedaille in Silber.

Auf eigenen Wunsch verlies auch Astrid Hollmann, stellvertretende dbb Bundesvorsitzende, die Geschäftsführung der dbb bundesfrauenvertretung. Sie hatte das Gremium seit 2006 als Beisitzerin unterstützt. In ihrem Amt verbleiben Jutta Endrusch (Verband Bildung und Erziehung), stellvertretende Vorsitzende, sowie die beiden Beisitzerinnen Elke Janßen (Gewerkschaft der Sozialversicherung) und Sabine Schumann (Deutsche Polizeigewerkschaft). Neu in die Geschäftsführung nachgewählt wurden außerdem Synnöve Nüchter (komba gewerkschaft) und Michaela Neersen (dbb sachsen-anhalt). Sie verstärken das Team der dbb bundesfrauenvertretung als Beisitzerinnen.

Die Vorsitzende des VRB Diana Böttger gratulierte Milanie Hengst zu ihrer Wahl und dankte Helene Wildfeuer für ihr großartiges, frauenpolitisches Engagement. „Milanie Hengst engagiert sich seit 25 Jahren für die Rechte der Frauen im öffentlichen Dienst und in der Gesellschaft. Die Vorstandsarbeit in der dbb bundesfrauenvertretung ist ihr vertraut. Sie ist somit eine würdige Nachfolgerin für die langjährige Vorsitzende Helene Wildfeuer, die sich mit Kompetenz, Weitblick und wenn nötig auch mit Nachdruck und Hartnäckigkeit für die Interessen der Frauen eingesetzt hatte“, so Böttger.

In ihrer Antrittsrede stellte Hengst heraus, dass vor allem die Frage nach besseren Aufstiegschancen von Frauen im öffentlichen Dienst nicht im Tohuwabohu um die Bewältigung der Corona-Krise untergehen dürften. „Wir haben ein reales Problem bei der Besetzung von Leitungspositionen. Das müssen wir in den Griff bekommen. Die gendergerechte Umsetzung der Digitalisierung mit zukunftsorientierten Konzepten für mobiles Arbeiten, auch das hat die Krise gezeigt, ist das passende Instrument, um Arbeitsbedingungen flexibler und Beförderungssysteme durchlässiger zu machen. Diese gewaltige Chance müssen die Verwaltungen jetzt aktiv ergreifen.“

In Bezug auf die deutsche EU-Ratspräsidentschaft, die am 1. Juli 2020 beginnt, forderte Hengst konsequentes, gleichstellungsorientiertes Handeln der Entscheidungstragenden. „So lange Männer in den Parteivorständen, Führungsetagen, Leitungsgremien und Krisenstäben aber weiterhin unter sich bleiben, wird die Erfahrung der Hälfte der Bevölkerung außenvorgelassen. Wenn wir hier nicht endlich auf paritätisch besetzte Entscheidungsgremien mit eindeutigen Quotenregelungen setzen, werden wir weder von der Politik noch von den Arbeitgebern weitreichende und nachhaltige Lösungen für die gesellschaftlichen Probleme in Deutschland und Europa erwarten können. Hier sehe ich vor allem auch die Gewerkschaften in der Verantwortung“, machte Hengst unmissverständlich klar.

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